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10Mrz/110

Über Fremd- und Eigenkapital, Rente und Finanzierung

Fremdkapital ist immer "gut", da es die Gesamtkapitalkosten senkt. Ein Unternehmer steht immer vor der Wahl sich durch Ausgabe von Eigenkapital (Aktien) zu finanzieren oder Aufnahme von Fremdkapital (Anleihen). Alle weiteren Finanzierungsspielarten fallen in diese beiden Kategorien. So handelt es sich z.B. bei Venture Capital um EK, bei Bankkrediten und Fördermitteln um FK. Für die Kapitalüberlassung erwarten die Kapitalgeber natürlich eine Gegenleistung.

Die FK Geber Zinsen und die EK Geber Dividenden oder Wertsteigerung ihrer Anteile. Da aber zunächst die FK Geber befriedigt werden und erst dann die EK Geber kann es durchaus vorkommen, dass nicht genug übrig bleibt für Dividenden. Aus diesem Grund erwarten die EK Geber auch eine etwas höhere Rendite als die FK Geber. Kurzum: FK ist billiger als EK und bei einer gemischten EK/FK Finanzierung liegen die durchschnittlichen Kapitalkosten unter denen einer reinen EK Finanzierung. Wo genau liegt der Vorteil einer billigeren Finanzierung?

Ein Unternehmen wird in der Finanzierungslehre als eine Ansammlung von verschiedenen Investitionsprojekten betrachtet. Diese Projekte können als Zahlungsreihen dargestellt werden, üblicherweise mit hohen Auszahlungen zu Beginn und später stets wiederkehrender Einzahlungen. Diese Projekte haben einen Barwert oder auch Net Present Value. Wenn ich in t=0 100 investieren muss um in t=1 110 rauszubekommen, dann habe ich einen "internen Zinsfuss" oder IRR (Internal Rate of Return) von 10%.
Das heisst, wenn mein Kapital 10% Zinsen kostet, dann ist der NPV der Zahlungsreihe genau 0. Wenn ich mich billiger als 10% finanzieren kann, dann ist der NPV positiv und ich werde das Projekt gewinnbringend durchführen können. Wenn ich mich teurer finanzieren muss als 10%, dann ist der NPV negativ und das Projekt wird nicht durchgeführt.
Man sieht: Je geringer die durchschnittlichen Kapitalkosten (d.h. je höher der FK Anteil), desto mehr Projekte kann ich durchführen und desto höher ist der NPV meiner Projekte. Die Summe der Projekt-NPVs entspricht übrigens dem Unternehmenswert. Beachtet werden muss jedoch, dass es eine gewisse Obergrenze gibt für die Aufnahme von FK. Kreditgeber werden, wenn die Zinsverpflichtungen so gross werden, dass ihre Begleichung aus dem Einzahlungsüberschuss des Unternehmens unwahrscheinlicher wird, höhere Zinsen fordern, so dass der Vorteil von FK ab einer gewissen Höhe beginnt abzunehmen. Fazit: Schulden sind nichts schlechtes, sondern sind eine Wirtschaftliche Notwendigkeit. Man darf es nur nicht übertreiben (wie mit allem).

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